Vize Europameisterin beim Kanu Club-Zugvogel

Vize Europameisterin beim Kanu Club-Zugvogel

In der vergangenen Woche fand in Neitikoski, Finnland die Kanu Freestyle Europameisterschaft statt.
Naya Daruwala vom Kanu Club Zugvogel hat sie wie auch in der Vergangenheit für die Bootsklassen K1 und C1 qualifiziert und ging in der Nationalmannschaft bei den Damen an den Start.
In dem vergangenen Jahr hat sie im Training den Fokus auf die Klasse K1 (sitzend mit Doppelpaddel) gelegt, da beide Bootsklassen in Verbindung mit dem Studium und den notwendigen Reisen (Köln hat mit dem Rhein leider nicht die besten Trainingsbedingungen) schwer umzusetzen sind.
Beim Wellentraining im Frühjahr in London hat sie das C1- Boot (knieend mit Stechpaddel) gar nicht erst mitgenommen.
Aufgrund einer Erkältung im anfangs noch kalten Finnland musste sie vor dem Nationentraining auch eine Pause einlegen und war mit dem C1 nur einmal kurz auf dem Wasser und hat kurzzeitig überlegt, einen Start in dieser Bootsklasse zu streichen, um sich und ihrem Körper nicht zu viel zuzumuten. Doch auf Bitten der anderen Athletinnen hat sie sich diese Option bis zum Wettkampf offengelassen.
Am 10.Juni 2026 wurden die Vorläufe im K1 Damen ausgetragen.
Der Spot in Finnland hat keinen klaren Charakter für Kanu Freestyle. Je nach Wasserstand ist er eine Welle oder eine Walze. Davon ist abhängig, welche Tricks gefahren werden können.
Für deutsche Athleten sind Wellen in der Regel nicht so leicht, da es in Deutschland keine Stelle für Wellentraining gibt. Auch im näheren Ausland ist Wellentraining nur zu bestimmten Jahreszeiten möglich.
Dennoch stellte Naya bereits beim Training vor Ort fest, dass ihr diese Form mit dem K1 gut lag.
Viele Tricks gelangen ihr bei unterschiedlichen Wasserständen und trotz 4 Tage Trainingspause aufgrund der Erkältung startete sie zuversichtlich in den Wettkampf.
Nach dem neuen Regelwerk im Kanu Freestyle konnten sich nur noch 10 Frauen für das Semi-Finale qualifizieren. Naya startete im vorletzten Heat und konnte sich damit ausrechnen, wie viele Punkte sie erreichen musste, um unter den Top 10 zu sein und damit das Semi-Finale zu erreichen. Bei drei Läufen werden die besten zwei Läufe addiert und Naya war am Ende ihrer Läufe bereits sicher für das Semi- Finale qualifiziert. Die nachfolgenden fünf Starterinnen konnten ihr diese Sicherheit nicht mehr nehmen.
Am Ende stand sie auf Platz 7 im Semi-Finale und war damit als einzige deutsche Starterin eine Runde weiter.
Für die 21 jährige Lehramtsstudentin war bereits dieses Ergebnis ein großer Erfolg.
Bereits einen Tag später, am Donnerstag den 11. Juni fand das Semi-Finale im Kanadier (C1) statt. Auch hier wurden die besten zwei Ergebnisse aus drei Läufen addiert und die besten fünf Damen qualifizierten sich für das Finale am Samstag.
Noch immer war dieses Semi- Finale nicht im Fokus von Naya, viel mehr versuchte sie noch am Morgen ihre Fähigkeiten im K1 zu sichern.
Doch auch ohne Training zeigte Naya auch im C1 gute Leistungen und das zweitbeste Einzelergebnis in dieser Klasse und reihte auf den dritten Platz für das Finale ein.


In der Bootsklasse C1 Damen waren drei deutsche Starterinnen für das Finale qualifiziert. Somit konnte man bereits im Vorfeld im deutschen Team sicher sein, dass es in dieser Bootsklasse mindestens eine Medaille für das deutsche Team geben wird.
Doch vor dem Finale am Samstag stand noch am Freitag das Semi-Finale im K1 an. Somit konnte Naya keinen Tag Pause einlegen, um sich auf das große Finale vorzubereiten.
Leider schaffte sie es am Freitag nicht, ihre zuvor im Training größtenteils sicheren Tricks auch im Wettkampf zu platzieren. Im Kanu Freestyle kommt es oftmals nur um kleine Gradzahlen an, um einen Trick anerkannt zu bekommen. Der Einfluss des Wassers, die Kraft die das Wasser auf Athleten und Boot ausübt und die Fähigkeit, sich und sein Boot horizontal und vertikal zu bewegen spielt dabei eine große Rolle.
Am Ende des Semi- Finales erreichte Naya den 8.Platz bei der Europameisterschaft und war damit beste deutsche Starterin.
Da ihr Fokus jedoch auf diese Bootsklasse gerichtet war, konnte sie sich vorerst nicht über diese Platzierung und auch das noch anstehende Finale im C1 freuen.
Viel lieber hätte sie sich im K1 Finale gesehen.
Doch am Samstag den 13.Juni begannen die Finals mit der Kategorie C1 Damen. Ein Gewitter und Starkregen in der Nacht zuvor ließ die Wassermassen noch gewaltiger erscheinen und alle Damen hatten Schwierigkeiten, ihre Kraft so einzusetzen, dass sie Tricks zeigen konnten.
Im ersten Lauf konnte Naya keine guten Tricks platzieren und fiel auf den 5. Platz zurück.
Im Finale wird nur der beste Lauf gewertet. Im zweiten der drei Läufe ging es etwas besser und die Kampfrichter erkannten den Entry (Eingangstrick in die Welle) und einen Loop (Salto) mit Air (hoch) an. Diese Punkte reichten, um sie auf Platz zwei einzureihen.

Naya K1 Damen beim Loop
Doch alle Finalistinnen hatten noch einen Lauf übrig, bei dem sich alles nochmal ändern konnte. Naya hat sich in dem zweiten Lauf an der linken Schulter verletzt und konnte den letzten Lauf nur noch unter Schmerzen absolvieren.
Aber das Glück war mit ihr und keine der Finalistinnen schaffte es, sie von ihrem zweiten Platz und damit dem Vize Europameistertitel im C1 Damen zu vertreiben.
Bei der anschließenden Siegerehrung konnten sich zwei deutsche Damen über die Plätze eins und zwei freuen.
Der Kanu Club Zugvogel ist stolz auf seine Athletin und hofft, dass die Verletzung an der Schulter nicht zu schwer ist.


Da Kanu Freestyle keine olympische Sportart ist, unterstützt der DKV (Deutsche Kanu Verband) die Athleten nicht.
Die Aufwendungen für die Reisen, die Ausstattung und auch das Training müssen die Athleten selbst bezahlen. Sponsoren werden daher immer gerne gesehen.
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Sylvia Daruwala
Leistungssport
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