BUNT statt BRAUN
Dem Aufruf des Wsf Neptun zur ersten Rheindemo für Demokratie und Vielfalt folgten viele Zugvögel zu Wasser und an Land
Als am 17. Januar der Aufruf-Flyer in den Vereins-Chat flatterte, entstand sofort reges Interesse unter den Mitgliedern, und ich meine ich hätte das Prickeln bei allen durch den Äther gespürt: Paddeln für Demokratie, was für ein starkes Zeichen können wir mit unserem Sport setzen und mit unseren bunten Booten für genau das auf die Wasserstraße gehen: Vielfalt, Individualismus, Zusammenhalt, Demokratie und die Werte unserer Gesellschaft.
Im Folgenden setzte reges Organisieren ein: es galt den Kontakt zu den Veranstaltern herzustellen, die Teilnehmenden zu melden und ständig up-to-date bezüglich der Sicherheitsbedingungen zu bleiben. Der Shuttle-Service musste organisiert werden. Die Zugvögel wurden kreativ: es wurden Aufkleber entworfen und hergestellt, Befestigungsmöglichkeiten für Flaggen erfunden, Boote mit Slogans „getaped“ und vieles mehr.
Am 02. Februar paddelten wir mit rund 20 Zugvögeln bei Sonnenschein von Zündorf zum Sammelpunkt der Demonstration an der Südbrücke. Viele von uns, auch Freunde und Familie, nahmen auch an Land oder über die Medien, und das weit über Kölns Grenzen hinaus (Web-Cam vom Dom, Berichten im WDR etc), teil und waren so live und im Herzen dabei.
Schon auf dem Wasserweg trafen wir viele weitere Paddler und das Bild, das sich uns am Sammelpunkt bot, war schon beeindruckend: die vielen verschiedenen und bunten Boote und Paddler, die einfallsreich mit Fahnen oder Slogans bestückt waren (ja, auch die Paddler!); am Ufer zu beiden Seiten und auf der Brücke standen viele Unterstützer, bis hin zum Rheinauhafen, teils auch mit Plakaten; es wurde gewunken und geklatscht und auf die Boote geklopft.
Der Demonstrationszug setzte sich zur Kundgebung im Rheinauhafen in Bewegung. Für die Sicherheit war der Rhein für die Schiffahrt gesperrt und die Wasserschutzpolizei sowie die DLRG hatten ein waches Auge auf uns. Von den brechend vollen Hafenmauern wurden die Paddler begeistert empfangen, eine Brassband spielte und es war ein absolutes Gänsehaut-Gefühl. Die vielen Menschen zu sehen, die ebenfalls Plakate entrollt hatten und uns vom Ufer aus unterstützen, war ein einmaliges Erlebnis. Nach der Kundgebung bildeten die Boote eine Linie über den gesamten Rhein, bevor wir zur Zoobrücke paddelten, wo die Demonstration offiziell endete. Wir paddelten bis zum RTHC in Stammheim, wo wir am Morgen den Hänger abgestellt hatten.
Laut Medien waren 3.000-5.000 Menschen gekommen und ca. 350 Boote mit über 400 Paddlern und Ruderern nahmen teil, teilweise waren sie von weither angereist. Es war ein starkes Zeichen, das diese erste Demonstration der Geschichte auf dem Rhein gesetzt hat. Die Demo fand ein beachtliches, überregionales Echo in den Medien. Ich empfand es als ein überwältigendes Erlebnis und bin dem Wsf dankbar, dass sie das auf die Beine gestellt haben, und allen Zugvögeln, die das mit ermöglicht haben! Was für ein grandioser Tag!
Evelin
Stimmen von Zugvögeln:
Die Rheindemo Anfang Februar war für mich ein ganz besonderes Erlebnis, und ich bin sicher, auch alle anderen, die dabei waren, werden sich noch sehr lange an den Tag erinnern! Schon am Sammelpunkt war es toll, die vielen bunten Boote zu sehen und auch viele Bekannte aus anderen Vereinen zu treffen. Auf der Fahrt zum Rheinauhafen gaben die vielen Spaziergänger, die am Rhein stehen blieben, um zu winken, schon einen Vorgeschmack auf die Kundgebung. Bei der Hafeneinfahrt mit vielen Zuschauern und zur Musik der Brassband gab es bei mir die erste Gänsehaut, der bemerkenswerteste Moment war für mich jedoch, als bei dem Song einer Sängerin alle das Paddel aufstellten und leicht hin und her schwenkten: es schien mir, als wären auch alle anderen ganz still gewesen in dem Moment und ähnlich ergriffen wie ich. Aber vom Feeling abgesehen: besser als mit unseren bunten Booten und Klamotten kann man wohl kaum das Motto „Bunt statt braun“ vertreten, und die rege Beteiligung hat mir unseren Sport noch ein bisschen nähergebracht.
(Ulrike Salingre)
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Wir waren als Teilnehmer an der Land-Demo dabei und mussten feststellen, dass wir mit unseren Fahrrädern langsamer unterwegs sind als die Boote auf dem Rhein. Daher war es gar nicht so einfach,
- Erst an der Südbrücke zu winken
- Dann in den Rheinauhafen zu fahren
- Dort noch einen guten Platz zwischen all den Leuten zu bekommen und
- Dann noch weiter rheinabwärts die Boote zu verfolgen.
Aber wir haben es geschafft! 😊
Es war sehr schön, die vielen Boote auf dem Rhein und dann gemeinsam im Hafenbecken zu sehen. Besonders das Winken mit Paddeln sah toll aus und hat uns eine Gänsehaut beschert 😊.
Nina sagt dazu:“ Herzerwärmend“
(Iris und Nina)
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Zuerst hatte ich mich angemeldet für diese 1. Demo auf dem Rhein. Es ist eine so tolle Idee und ich war erst einmal sehr begeistert, zumal ich auch schon bei Null Grad auf Rhein und Sieg gepaddelt bin - allerdings vor recht vielen Jahren ;-) Und mir wird nicht so schnell zu kalt, eher umgekehrt.
Dann siegte die Vernunft, und da die Teilnehmerzahl begrenzt war, machte ich meinen Platz für Ulrike Esser frei. Mir kamen nämlich Bedenken angesichts der Temperaturen und der langen Zeit während der Kundgebung im Hafen im Boot zu sitzen.
Unbedingt wollte ich aber dabei sein. Mit meiner Freundin Claudia hatte ich einen tollen Platz auf der Terrasse am Schokomuseum. Die Stimmung war riesig, das Rheinufer voller Menschen. So Viele waren gekommen.
Es hat mich begeistert, wie viele Menschen am und auf dem Wasser bereit waren, ein Zeichen zu setzen und wo wir stehen in diesen Zeiten.
Und unheimlich gerne bin ich beim nächsten Mal dabei - auf dem Rhein!
(Brigitte)
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