Die Zugvögel beim Porzer Rosensonntagszug
In diesem Jahr war es endlich soweit. Das 75jährige Vereinsjubiläum war ein willkommener Anlass, um den von den Jecken unter den Zugvögeln schon länger gehegten Wunsch nach einer Teilnahme am Porzer Rosensonntagszug endlich in die Tat umzusetzen…..einmal dabei sein!
Ohne Erfahrung und genauere Ahnung von den Abläufen machten wir uns ans Werk. Man wächst ja bekanntlich mit seinen Herausforderungen. Schon früh gründete Andrea eine Teilnehmergruppe, in der Kostümideen ausgetauscht und nach und nach alle Orgathemen besprochen und Aufgaben verteilt werden konnten. Der Auftakt kam mit der ersten Informationsveranstaltung des Festausschusses Porzer Karneval, die erst recht spät im Jahr stattfand und uns die Grundlage für die Kostenkalkulation lieferte. Als die Kosten standen, haben wir uns Schritt für Schritt an die Realisierung gemacht. Es galt sich um Hüte und Figuren zu kümmern und darum, dass alle ein einheitliches Kostüm haben konnten, auch die Musiker, die Ulrike dafür gewinnen konnte, in unserer Gruppe mitzugehen. Die Anmeldung musste erledigt, Kamelle mussten gekauft und vorher kalkuliert werden, welche wir in welcher Menge pro Teilnehmer überhaupt kaufen wollten und konnten. Es sollte ja nicht zu teuer werden, aber wir wollten auch großzügig werfen können und nur solche Sachen, die auch aufgehoben und gerne gegessen werden. Ziemlich viele Anforderungen!
Nach sorgfältiger Überlegung kauften Andrea, Britta, Stefan und ich eine bunte Mischung und insgesamt 250 kg Kamelle. Der Einkauf fühlte sich zeitweise an wie die reinste Buchhaltungsarbeit. Vor Ort mussten die Mengen und Preise hochgerechnet werden, um im Budget zu bleiben. Gut, dass wir zu viert waren! Anschließend musste ein System erdacht werden, wie wir die Kamelle auf die Teilnehmer verteilen wollten. Eine weitere rechnerische Herausforderung. Schließlich wurden von Iain, Evelin, Britta, Andrea, Ines, Julia, Karin und mir (ich hoffe, ich habe niemanden vergessen) insgesamt 168 Beutel mit festgelegten Inhalten gepackt und am Zugtag gegen Bons ausgegeben, die Nicole noch schnell gebastelt hatte. Der Bus musste vorbereitet und die Kamelleausgabe währen des Zugs musste organisiert werden.
Und dann war da noch der Wunsch nach einer Figur für unseren Bus als Bagagewagen. Claudia kennt sich mit dem Bau aus und hat die Leitung für den Figurenbau übernommen. Einige von uns konnten sie mit ihrem handwerklichen Können unterstützen. Die meisten von uns freiwilligen Helfern hatten das aber noch nie gemacht, dafür waren wir aber sehr neugierig und motiviert, mitzubauen. Das hat allen sehr viel Spaß gemacht und war eine tolle Teamarbeit. An einem halben Tag waren die Figuren mit Gestell und Drahtgeflecht aufgebaut und mit Streifen aus Zeitungspapier kaschiert. Als alles gut getrocknet war, konnte Claudia die Figuren bemalen. Iris unterstützte beim Bemalen und Claudia, Franz, Iain und Kieran haben die Figuren dann mit viel Verstand und Tüftelei nach einem Probelauf schließlich am Abend vor dem Zug auf dem Bus befestigt.
Die Jugendgruppe bastelte unter Anleitung von Sylvia und Naya kleine Kajaks zum Umhängen und Hüte, es gab mehrere Workshops von Andrea zum Dekorieren der Hüte mit tollem Dekomaterial, eine professionelle Musikanlage von Düsi und Leander und noch unzählige andere Dinge, die zu überlegen, zu kommunizieren und organisieren, abzustimmen und umzusetzen waren, bevor es dann endlich losgehen konnte. Natürlich gab es auch Strüßjer, die Andrea besorgt hatte. Und eine eigene Musikgruppe aus 9 Musikern mit den Zugvögeln Ulrike, Stefani, Franz und Gabi, begleitet und bereichert von 5 „Gastmusikern“.
Am Karnevalssonntag konnten wir dann mit 48 Zugvögeln bei strahlendem Sonnenschein beim Rosensonntagszug mitlaufen und die Atmosphäre genießen. Dank Iain, der den Bus fuhr, Kieran und Hans, die uns mit Kamelle versorgten und unseren Wagenengeln Joachim und Heiko, die für die nötige Sicherheit gesorgt haben. Und dank allen anderen, die ich noch nicht namentlich erwähnt habe, die aber genauso viel unterstützt, mitüberlegt und mitorganisiert und so mit viel guter Laune zum Gelingen beigetragen haben. Vor allem haben alle daran geglaubt, dass es klappt und auf diese Weise so manchen Zweifel gar nicht erst aufkommen lassen. Der Zugvogel-Geist, das alle gemeinsam anpacken und so etwas Tolles auf die Beine stellen, hat uns allen einen sehr schönen Tag beschert. Wir haben viel Lob für unsere bunte Gruppe mit den einheitlichen Kostümen bekommen. Und wir waren die einzige Gruppe mit einer Wagenfigur - für uns alle ein echtes Highlight. Alaaf!
Petra
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