Zwei Seekajaks auf großer Fahrt
Reisebericht von Sylvia und Darius Daruwala
Am ersten Oktoberwochenende erfüllt sich ein Traum von mir- mit meinem Seekajak „Frau Antje“ in Holland paddeln. Britta und Stephan erklärten sich bereit, ihren Urlaub als Reiseführer auf dem Wasser zu verbringen und so buchten wir uns kurzerhand auf dem Campingplatz Bakkum neben dem Wohnwagen von den beiden ein.
Leider wollte Petrus die nordholländische Küstenregion nicht von seiner besten Seite zeigen und es regnete zum Teil wie aus Kübeln. Doch immer, wenn wir nach dem Frühstück aufbrechen wollten, machte der Regen eine kurze Pause, so dass wir jedes Mal recht trocken unsere Boote zu Wasser lassen konnten. Rund um Alkmaar gab es unterschiedliche Routen, die wir in den nächsten Tagen erkunden wollten. Mit dabei waren auch noch andere Paddler aus der sauerländischen Paddelheimat von Britta und Stephan.
So machten wir uns jeden Morgen auf den Weg, mal war der Einstig in Heiloo, mal in Alkmaar, um einige Km auf den Grachten oder dem Nordhollandkanal zu paddeln. Vorbei an unzähligen Windmühlen, unter niedrige Brücken durch, teilweise mitten durch die Stadt. Auf unseren Routen gab es unterwegs eine Bier- und Eisglocke, Einblicke in Gärten oder Hausboote oder einfach nur pure Natur.
Die angenehmen Strecken und die entsprechende Kopfbedeckung ließen uns auch den leichten Nieselregen vergessen. Die Nachmittage und Abende waren kurzweilig in dem einen oder anderen Vorzelt, soweit der Wind diese heil gelassen hatte.
Da das Wetter nicht zum Verweilen einlud, konnte Darius auch auf seine Kaffeepause beim Paddeln verzichten und wir freuten uns wieder auf den trockenen Unterschlupf am Campingplatz. Neben holländischem Gebäck und Vla gab es dazu auch noch für die Gesundheit das ein oder andere Getränk zur Stärkung der Abwehrkräfte. Danke an Britta und Stephan für das tolle verlängerte Wochenende- sicher wird „Frau Antje“ nochmal in Holland auf die Gewässer kommen.

Doch nach diesem Erlebnis sollte es Ende Oktober erneut mit unseren Seekajaks auf große Fahrt gehen- diesmal, über München, die Slowakei nach Kroatien um dort auf der Insel Brac eine Woche Paddelurlaub zu verbringen.
Die Fahrt nach Kroatien begann bei schlechtem Wetter aber guten Verkehrsbedingungen und wir sollten die erste Etappe bis München gut hinter uns bringen. Nach einer ruhigen Nacht („Park4night“ sei Dank) konnten wir unser nächstes Ziel-Ljublijana- ansteuern. Da es dort ebenfalls nur regnete, rollte unser ausgebauter Bus einfach weiter, so dass wir kurz vor den Plitvicer Wasserfällen unser Nachtlager aufschlagen konnten. Natürlich war am nächsten Morgen bei aufgehender Sonne dort eine kleine Wanderung eingeplant.
Am Nachmittag ging es bei sommerlichen Temperaturen für die letzte Übernachtung nach Zadar, wo ich sogar noch im Meer baden konnte. Auf der Fähre nach Brac standen wir in der ersten Reihe und vielen mit unseren beiden langen Booten auf dem Dach sehr auf. In Brac hatten wir eine traumhafte Unterkunft mit Sauna und Pool und so konnte der eigentliche Urlaub beginnen.
Bei Temperaturen um die 20 Grad ließ es sich noch gut aushalten und wir paddelten zwei Tage auf der ruhigen Seite der Insel, natürlich immer mit einer Pause in einer ruhigen Bucht, die auch immer noch zum Baden einlud.
Mitte der Woche verlegten wir unsere Paddeltouren auf die andere Inselhälfte, wo die Wellen nicht von vorne sondern diesmal langgezogen von hinten und von der Seite kommen sollten. Für Darius und mich eine neue Erfahrung, die mir aber auch viel Spaß brachte.
Für Darius war das wilde Geschaukel nichts- und so musste ich die letzte Paddeltour bei noch höheren Wellen und Windstärke 5 bis 6 ohne ihn machen. Er genoss die Zeit im Cafe und bei gutem Fisch, während ich meinen Spaß auf den Wellen hatte.
Doch leider musste auch diese tolle Paddelerfahrung zu enden gehen und unsere Rückreise brachte uns über Zagreb nach Regensburg, leider immer bei herbstlichem Wetter, so dass wir uns schnell wieder daran gewöhnen konnten, dass Anfang November einfach kein Sommer mehr ist. Alles in allem war das ein super Monat mit vielen neuen Erfahrungen im Seekajak. Sicher werden es nicht unsere letzten Touren gewesen sein.
Sylvia und Darius Darwala

