Sault Brenaz 2026

Sault Brenaz 2026

Bericht über die Kanufreizeit in Sault Brenaz (28. März – 4. April 2026)

Am Freitag war schon alles gepackt: zwei Busse mit Anhängern, randvoll mit Booten, Paddeln und Gepäck für 38 Personen. Am Samstag, den 28. März, ging es dann um 5.30 Uhr los – na ja, eigentlich mit einer halben Stunde Verspätung. Draußen regnete es in Strömen, zwischendurch fiel sogar Schnee. Zehn Stunden Fahrt später – bei teils abenteuerlichen Straßenverhältnissen – erreichten wir gegen 15.30 Uhr den Espace Eau Vive in Sault Brenaz, idyllisch gelegen zwischen Ain und Isère, direkt am Rhône-Ufer und an der ViaRhôna.

Gemeinsam wurde entladen und eingeräumt, wie ein eingespieltes Team. Danach stand noch der Großeinkauf für 38 hungrige Paddler an – beeindruckend, was da alles in die Wagen passte!

Am Sonntag begann das eigentliche Abenteuer: unsere erste Einheit auf dem Wildwasserkanal. Der Einstieg an der Kanalmündung in die Rhône war für die erfahrenen Paddler eine gemütliche Einpaddelrunde – für mich als Anfängerin jedoch eine echte Herausforderung, besonders bei dem kräftigen Wind.

EsstischDer Wochenplan war klar: Zweimal täglich paddeln, außer mittwochs. Der Kanal bot für jede Erfahrungsstufe passende Abschnitte – vom ruhigen Übungsbereich bis zu den wilden Walzen.

Mein persönliches Ziel: nicht kentern.

Doch schon bald merkte ich, dass das Kentern dazugehört. Dank der ruhigen, geduldigen Anleitungen unserer Übungsleiter lernte ich, mich im Wasser zu orientieren, ruhig zu bleiben und das Boot zu leeren – was leider länger dauert, als man glaubt.

Täglich übten wir die technischen Grundlagen:

  • Traversieren, also das sichere Queren der Strömung,
  • die richtige Bootsausrichtung (auf 11 oder 1 Uhr),
  • das Lesen des Wassers,
  • das Steuern mit Bogenschlägen und
  • die Paddelstütze.

Entscheidend war, mit dem Wasser zu arbeiten, nicht dagegen. Beim Kanten lernte ich, das Kajak über die Hüfte zu kippen, während das Paddel auf der Gegenseite stabilisiert – eine Bewegung, die viel Gefühl erfordert, aber enorm hilft, um Kurven elegant zu fahren.

Mit jedem Tag wuchs die Paddelsicherheit. Der anfängliche Respekt vor der Strömung wich einem gesunden Selbstvertrauen. Besonders motivierend war die Unterstützung der erfahreneren Paddler, die stets mit Tipps und ruhiger Hand zur Seite standen.

Jeden Abend zauberte ein anderes Kochteam herrliche Mahlzeiten – von Pasta über Currys bis zu deftigen Eintöpfen. Nach dem gemeinsamen Abendessen ließen wir die Tage am Lagerfeuer ausklingen, manchmal mit Stockbrot oder Marshmallows, und einmal sogar mit Mandolinenmusik unter dem Sternenhimmel.

Zur Wochenmitte gönnten wir uns am Mittwoch eine Pause. Bei strahlendem Sonnenschein ging’s nach Crémieu, ein mittelalterliches Städtchen mit charmanten Gassen, kleinen Cafés und französischem Flair. Zwischen Croissants und Café au lait tankten wir neue Energie und genossen die warme Frühlingssonne.

WalzeAm Freitag stand die Krönung der Woche an: die Strecke von der Dreierwalze bis hinunter in die Rhône. Für mich war das zunächst unvorstellbar – und dann ein unglaubliches Gefühl, es tatsächlich zu schaffen! Ja, ich bin gekentert, mehrmals sogar. Aber das war längst kein Grund zur Frustration: jede Kenterung wurde zum kleinen Lernerfolg.

Als wir schließlich gegen Abend erschöpft, aber überglücklich ans Ufer kamen, war ich stolz wie nie zuvor.

Am Samstagmorgen hieß es Abschied nehmen. Mit müden Armen und Beinen – und dem Gefühl, Muskeln entdeckt zu haben, die ich zuvor gar nicht kannte – fuhren wir zurück nach Köln.

Eine Woche voller Abenteuer, Teamgeist, Wasser, Sonne, Wind und Lachen lag hinter uns. Ich habe nicht nur paddeln gelernt, sondern auch, mutig zu sein und auf das eigene Können zu vertrauen.

Eine tolle Woche mit wunderbaren Menschen – danke euch allen!

Ines

P.S. mehr Bilder gibt es in der Galerie

 

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