Dänische Südsee 2026

Dänische Südsee 2026

Dänische Südsee 2026

GruppeHallo liebe Zugvögel, ich habe wieder mal die Ehre einen Bericht über unsere Christi Himmelfahrtstour schreiben zu dürfen. Dieses Jahr zog es Matthias, Heike, David und mich (Johannes) nach Dänemark. Am Dienstag den 12.5. starteten wir gegen 9 Uhr am Bootshaus, von wo wir uns auf den Weg in die Dänische Südsee machten. Unser Ziel war der Campingplatz in Mommark auf der Halbinsel Als. Von dort starteten wir am nächsten Tag in Richtung Ærø. Die Inselgruppe westlich von Fünen, sollte den Seekajak Neulingen David und mir das Paddeln mit „kleinem“ Gepäck nahebringen.

Aber bevor wir am Abend zu viert Essen gehen konnten, mussten wir die Nummer 4 (David) erst noch einsammeln. Er kam arbeitsbedingt leider nicht vorher los und kam direkt mit dem Flugzeug nach Sonderburg. Es hat alles perfekt geklappt und so konnten wir um 19 Uhr alle zusammen im sehr gemütlichen Campingplatz Restaurant lecker zu Abend essen.

Am nächsten Morgen verstauten wir das erste Mal das Equipment in unsere Boote, was bekanntlich ja etwas Zeit in Anspruch nimmt. Nachdem die Boote im Wasser waren, fing es an zu regnen, ein 3er Wind (mit 4er Böen) kam aus westlicher Richtung und bescherte uns auf der 12 km lagen Überfahrt nach Ærø, schonmal einen Vorgeschmack darauf was erwarten sollte. An der Spitze von Ærø angekommen suchten wir uns einen windgeschützten Ort und machten erstmal Mittagspause. Dort packte ich auch das Erste mal die Angel aus. Leider war mein Versuch eine Meerforelle oder Hornhecht zu angeln erfolglos.

HoernhechtEigentlich wollten wir am Hafen von Soby unsere Zelte aufschlagen, dies war leider nicht möglich. Am Hafen wurde gebaut und die ausgewiesene Zeltwiese lag ca. 300m vom Hafen entfernt im Ort. Matthias kannte von seinen letzten Touren Gott sei Dank noch einen Shelterplatz ca. 4 km weiter südlich. Dieser stellte sich als Glücksgriff heraus. So schlugen wir unsere Zelte neben einem Pärchen aus Frankreich auf, die mit dem Fahrrad die Inseln erkundete.

So lange ich noch den Trockenanzug an hatte warf ich nochmal die Angel aus, und siehe da, nach ein paar Würfen konnte ich einen Hornhecht landen, der zudem groß genug war, um ihn zu braten und zu probieren, wie er schmeckt. Ein 2. Hornhecht war etwas zu klein, sodass ich diesen wieder frei ließ. Während ich mich auch „trockenlegte“ hatten die anderen schon das Essen vorbereitet und wir konnten im Sonnenschein zu Abend essen. Als Nachtisch bereitete ich den Hornhecht zu. Es war, sagen wir mal „solala“. Für die nächste Tour sollte ich mal schauen, wie man den wohl was schmackhafter hinbekommt. Aber von Vorteil sind seine, nach dem Braten grünen Gräten, die nicht zu übersehen sind. Der Abend war relativ kurz nach der anstrengenden Paddelstrecke von 23,4 km.

Am Nächsten Tag ging das Packen, nach einem Frühstück mit Speck und Ei im Sonnenschein, schon etwas besser von der Hand. Wir paddelten bei strahlendem Sonnenschein von Ærø nach Drejo. In der Nähe des „neuen“ Hafens machten wir Mittagspause, kochten uns dort einen Kaffee und genossen den Sonnenschein. Anschließend umrundeten wir Drejo zur Hälfte und paddelten zu unserem Übernachtungsplatz im „alten“ Fischereihafen von Drejo. Dieser Hafen kann nur von wenigen Booten mit geringem Tiefgang angefahren werden. Die flache Fahrrinne ist deutlich betonnt. Wir mit unseren Seekajaks paddelten außerhalb, und mussten nur unsere Paddel nicht so tief einstechen so kamen wir gut über die sehr seichte Bucht zum Hafen. Paddelstrecke 13,6km.

Diese Marina ist ein Traum für Seekajaker. Ein super Waschhaus, ein mit Getränken gefüllter Kühlschrank zur Selbstbedienung mit Vertrauenskasse. Die älteren Insulaner scheinen diese „Kneipe“ auch als ihren Treffpunkt zu nutzen. Sehr netter Kontakt zu den ehrenamtlichen Betreibern. Den Abend ließen wir gemütlich bei der ein oder anderen Gerstensaftkaltschorle ausklingen. Zu uns gesellte sich noch Andreas, ein Paddler aus Kiel. Er war alleine mit seinem etwas speziellem Seekajak unterwegs. Ein Lettmann, älteren Modells, mit sehr kleiner Luke und Beintunneln so konnte der Zwischenraum als Stauraum genutzt werden.

Zeltplatz DrejoAm nächsten Morgen verließen wir Drejö und paddelten Richtung Avernako. Es hatte sich leicht zugezogen, sodass wir mit ein wenig Welle und leichtem Wind (2-3 Bft) aus südwestlicher Richtung zu tun hatten. Es waren einige auch größere Segelboote und Fähren unterwegs, die uns, da wir die Fahrwege kreuzten auch das ein oder andere Mal relativ nah kamen. An der Ostspitze von Avernako machten wir windgeschützt eine Mittagspause, bevor wir zur Nord/West Spitze paddelten, wo uns eine kleine Marina mit Sandstrand erwartete. Paddelstrecke 13,8km.

Der Platz bot einige überdachte Sitzgelegenheiten. Einige von diesen hatten sich die Schwalben unter die Flügel gerissen, da gerade das Brutgeschäft im vollen Gange war, konnten wir diese nicht so gut nutzen. Schon beim Aufbau verschlechterte sich das Wetter und wir schauten das die Zelte schnell standen damit der Regen uns nicht alles nass machte. Es klarte zwischendrin immer wieder auf. David, Matthias und ich erkundeten die Insel. Es gab einen kleinen Supermarkt und wir fanden auch ein Café, wir gönnten uns einen Kaffee mit Gebäck. Heike kam nach und gesellte sich zu uns. Auf dem Rückweg wurde noch für das Abendessen eingekauft. Dieses konnten wir später noch trocken zubereiten bevor es anfing zu Regnen und der Wind stärker wurde. Die überdachten Sitzgelegenheiten boten leider nicht ausreichend Schutz. Beim Müll wegbringen fiel mir das Wartehäuschen für die Fähre auf. Dies war beheizt, trocken und bot auch noch eine schöne Aussicht auf das Meer. Da keine Fähre mehr fuhr, war kaperten wir diesen Raum und ließen den Abend dort ausklingen.

Am Samstag hatte sich das Wetter nicht verbessert und wir hatten einem 4er Wind mit 5er Böen von Süden. Es wurde kurz überlegt ob wir den Tag aussitzen sollten. Dies kam aber nicht in Frage da wir Sonntag ja wieder Richtung Mommark kommen wollten.

Wir entschieden uns für die Überfahrt nach Lyo. Als wir aus dem Windschatten kamen, wurden die Wellen doch was höher (Durchschnitt lag wohl bei 80cm) der Wind kam weiter aus südlicher Richtung, was Heike zum Problem wurde. Ihre Spitze des Seekajaks wurde weggedrückt und so konnte sie den angepeilten Kurs nicht halten. David nahm sie nach einigen anderen Versuchen an die Schleppleine, um sie auf Kurs zu halten. Bei den Wellen und dem Wind war das kein so leichtes Unterfangen, so waren wir alle froh als wir die Ostspitze der Insel Lyo erreichten und dort eine kurze Pause einlegen konnten.

Als wir in der Marina auf Lyo ankamen, wurde uns mitgeteilt, das Zelten im Bereich der Marina nicht gewünscht ist. Wir wurden an den Campingplatz auf der Insel verwiesen, Problem er liegt ca. 500m im Landesinneren. So paddelten wir noch um die Marina herum weiter, bis wir an die nächstgelegene Stelle zum Campingplatz kamen. Dort wurden die Boote an Land gebracht und bepackt mit den Packsäcken erkundeten wir den Campingplatz. Paddelstrecke 9,3km.

Um alles hoch zu bringen mussten wir 2-3mal laufen. Die Boote ließen wir am Ufer zurück (es lagen schon 3 Seekajaks dort). Es stellte sich heraus das Heike die 3 Paddlerinnen aus Hamburg, die auf dem Campingplatz „abwetterten“ kannte. So wurden schnell die Zelte aufgebaut und geduscht. Danach machten David und ich mich auf den Weg das kleine Inseldorf zu erkunden, verheißungsvoll wurde uns mitgegeben: ein sehr nettes Café warte dort auf uns. Dies konnten wir schnell ausfindig machen und so saßen wir schnell im gemütlichen Café bei Tee/Cappuccino und Kuchen. Heikes Bekannte waren schon dort und man unterhielt sich ein wenig über Paddeln, Matthias und Heike stießen nach kurzer Zeit auch hinzu und komplettierten die Gruppe.

Nachdem wir gestärkt waren erkundeten wir die die Insel Lyo. Ein sehr nettes Dörfchen. Beim „Tante Emma Laden“ deckten wir uns mit Lebensmitteln fürs Abendessen ein. Matthias und ich machten noch einen Spaziergang zu den „Klokkestenen“ und schauten uns einen Shelterplatz an den Matthias noch kannte. Dieser war nicht mehr gepflegt und sehr heruntergekommen. Auf dem Campingplatz gab es einen großzügigen Aufenthaltsraum, wo wir unser Abendessen zubereiten sowie den Abend ausklingen lassen konnten. Wir machten uns Gedanken wie wir am nächsten Tag zurück nach Mommark kommen wollten.

Direkte Strecke von Lyo ca. 18km mit Wind aus Süd (Gegenwind) mit 3-4 eventuell mit 5er Böen, Strecke Lyo-Fynshav und dann nach Mommark ca. 22km, oder Lyo nach Bøjden, von wo wir mit der Fähre nach Fynshav übersetzen können (ca.10km Paddelstrecke)

WellenWir entschieden uns am Morgen für Variante 3 und fuhren von Lyo auf die Halbinsel Horne zu und umrundeten die Spitze bei Bøjden. Es war eine gute Entscheidung, der Wind hatte nicht nachgelassen und so hatten wir schon eine ordentliche Welle zwischen Lyo und Horne. Wir schafften sogar noch eine Fähre früher als geplant (zwar knapp und mit ein bisschen Stress) was aber auch an der 30 Minuten vor Abfahrt geregelten Buchung lag. Wir hatten aus Gewichts- und Platzgründen auf 2 der 4 Bootswagen verzichtet. So mussten die Boote von David und mir getragen werden. Auch dies ließ sich bewerkstelligen und so saßen wir vier in Trockenanzügen auf der Fähre. Während der Überfahrt sahen wir an den hohen Wellen, dass es eine gute Idee war, nicht mit den Kajaks die Querung gemacht zu haben. In Fynshav angekommen nahm ich mir ein Taxi um das Auto zu holen. Leider fuhr kein Bus und eine Mitfahrgelegenheit hatte sich auch nicht ergeben. Nachdem die Boote geladen und die Sachen verstaut waren fuhren wir für die Rückfahrt Einkaufen und zum Campingplatz Mommark zurück.

Dort ließen wir den Abend im Restaurant ausklingen. Am nächsten Morgen wurden- nach einem ausgiebigen Frühstück im Aufenthaltsraum des Zeltplatzes -   die Zelte und Restsachen im Auto verstaut. Gegen 19 Uhr waren wir am Bootshaus.

 

Es war ein sehr schöner Kurzurlaub mit guten neuen Erfahrungen. Auch als WW Paddler ist ein Seekajak nicht eine so große Herausforderung. Was sehr positiv an dieser Art des Paddelurlaubs ist, dass man sehr viel weniger „Motorsport“ betreiben muss, nachdem man am Zielort angekommen ist.

Fazit gerne wieder!

Johannes                  (mehr Bilder findet Ihr in der Galerie)

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