Sault Brénaz 2010


Wie schön unser traditioneller Saisonauftakt in Sault Brénaz an der Rhone in der Nähe von Lyon immer ist, hat sich herumgesprochen. So hatten wir dieses Jahr in der Woche vor Ostern 26 Teilnehmer, die sich am frühen Morgen des 27. März am Bootshaus in Zündorf trafen und sich mit unseren Vereinsbussen und Bootsanhängern auf den Weg machten. Am späteren Nachmittag waren wir am Ziel und wieder war die Vorfreude so groß, dass gleich nach der Zimmerverteilung die ersten Meter auf der Strecke in Angriff genommen wurden, wobei Iain direkt die Gelegenheit nutzte, sein Paddel zu zerbrechen.

Die Wasser-Situation war dieses Jahr etwas anders, da aufgrund des hohen Wasserstandes der Rhone das Stauwehr geöffnet war. Dadurch erhöhte sich der Pegelstand im alten Flussbett und das Ende der Kajakstrecke versank in den Fluten.

Unsere Slalomjugend nutzte die Gelegenheit ebenfalls für einige Trainingseinheiten auf dem Kanal und feilte unter Anleitung ihres Trainers Andy an der Paddeltechnik.

Premiere war dieses Jahr ein Anfängerkurs, den Dieter und Gina ausgearbeitet hatten und fünf interessierte Neulinge im Verein anlockte. Die überfluteten Abschnitte waren gerade recht, um sich an die Strömungsverhältnisse zu gewöhnen.

Einige andere stürzten sich gleich ganz oben in den Kanal. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr man sich doch an die jeweiligen Situationen und den Wasserdruck gewöhnen muss. Da wird schon mal etwas zu viel gekantet oder im entscheidenden Moment etwas zu wenig. Das sind dann gute Gelegenheiten, die Eskimorolle vom Schwimmbadtraining im Winter anzuwenden! Auch hatten wir dieses Jahr neue Boote dabei, an die man sich erst gewöhnen musste. Die Strecke bietet aber auch immer viele schöne Stellen zum Üben, wie man richtig in eine Strömung fährt, wie man durch Schwälle sticht und wie man auf Walzen surft. Und wieder war der Plöpp mit seinen ca. 1,5m Höhe Angststelle und Herausforderung zugleich. Haben wir vor Jahren noch mit viel Respekt diese Stelle schnell durchfahren, so war es dieses Jahr schon fast unsere liebste Spielstelle. Der Wasserdruck macht aber auch gehörig Spaß und die Kehrwässer links und rechts sind durch ihr Pumpverhalten echte Nervenproben.

Die Woche verging wie im Fluge mit täglich ein bis drei Trainingseinheiten auf dem Kanal, mit Besuchen auf dem Markt in Bourg-en-Bresse und in Lyon.

Das Hochwasser im alten Rhone-Flussbett hatte etwas unterhalb unseres Hauses eine riesige, über die ganze Flussbreite gehende Welle mit Walze erzeugt. Trotz seiner Größe hatte sie eine enorme Anziehungskraft für Paddler und auch einige von uns versuchten sich daran. Es ist nicht leicht, das was man auf kleinen Walzen gelernt hat, in einer Walze von dieser Dimension anzuwenden! Eine saubere Haltung des Bootes auf der Kante ist sehr wichtig, aber schnell kommt man dabei an seine Grenzen. Sehr beeindruckend ist es, wenn links und rechts des Bootes zwei Wasserwände stehen, die gefühlt so hoch sind wie man selbst. Die Kraft und die Wassermenge sind schon gewaltig!

Am Freitag befuhr die Gruppe als Abschluss der Woche zehn Kilometer des nahe gelegenen Ain. Dieser hatte leichtes Hochwasser, was unseren Paddelneulingen gehörig Respekt machte. Alte Hasen haben die Landschaft genossen und keine der zahlreichen Spielstellen ausgelassen. Das Wetter zeigte sich von seiner Bilderbuchseite und so war auch dieser Ausflug rundherum gelungen.

Trotz einiger Regenschauer und wechselhaftem Wetter war es wieder eine sehr gelungene Auftaktwoche in diesem Jahr. Dazu beigetragen hat auch das leckere Essen, das jeden Tag von einer anderen Gruppe zubereitet wurde. Es ist nicht leicht für 26 hungrige Paddler zu kochen, aber es ist jeder Gruppe hervorragend gelungen ! Das Haus ist schon reserviert fürs nächste Jahr, wenn es dann wieder losgeht nach Sault Brénaz!

 

Stefan Wildbrett

 












































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