Herrentour mit Dame



Die jedes Jahr obligatorische Paddel-Herrentour zu Himmelfahrt wurde auch diesmal wieder durch eine Quotenfrau verschönert und sollte Richtung Engadin in der Schweiz an den Inn gehen. Wir: Gina, Matthias, Franz, Christian, Stefan und ich hatten uns diesmal eine ganze Woche Urlaub genommen, um genug Zeit zum Paddeln zu haben und zumindest dem Himmelfahrt-Rückkehr-Stau zu entkommen.

Gegen Mittag kamen wir bei strahlendem Sonnenschein in Steeg am Lech an, wo wir bis Häselgehr paddeln wollten. Der Wasserstand war üppig und der Lech lockte mit breitem Flussbett, schnell fließendem Wasser und vielen hohen Wellen, gerade richtig zum Einschaukeln, zumal Matthias mit seinem ausgeliehenen Boot erst warm werden musste.

Die Fahrt endete an dem wunderschönen Camping Rudi, wo wir direkt für zwei Nächte lagerten. Der Tag wurde durch einen Restaurantbesuch mit heimischen Spezialitäten abgerundet. 

Am nächsten Morgen wurde beim Frühstück der Tag beratschlagt und nach einigem Hin- und Her, (was während der ganzen Tour nicht besser wurde) einigten wir uns auf eine erneute Befahrung des Lech getreu dem Motto „Second Run – Double Fun“, da der Inn zuviel Wasser hatte.

Gerade am Zeltplatz angekommen, verdüsterte sich der Himmel schlagartig und Gewitter mit kirschgroßen Hagelkörnern ließ uns in die Zelte flüchten. Schon nach circa zehn Minuten war der Spuk vorbei. Riesige Hagelhaufen rund um die Zelte blieben zurück, die wir geschickt nutzten, um darin unser Bier zu kühlen.

Am Samstag wurden die Sachen gepackt und nach ausgiebiger Diskussion - siehe oben – ging es zur Ammer. Es war heiß und die Ammer hatte wenig Wasser (Pegel um 80 cm). Als erste schwierige Stelle erwartete uns die Scheibum, die allerdings von oben weit schwieriger aussah als bei der Befahrung. Im Weiteren zeigte sich die Ammer landschaftlich als sehr schöner Fluss, während sie paddeltechnisch nicht sehr anspruchsvoll war. Ein Highlight war die Bootsrutsche am Ende der Tour, die wieder volle Konzentration und etwas Nervenkitzel bedeutete.

Nachmittags fuhren wir zum Campingplatz auf die Halbinsel Burg am Staffelsee. Ganz im Gegensatz zum Camp Rudi war dieser Platz brechend voll und in der Hand von wachsamen Wohnwagenbesitzern, die vermeintlich schnelles Autofahren und unpassendes Aufstellen von Zelten sofort mit Meckern ahndeten.

Der nächste Tag sollte dem Rissbach gelten. Außer den schrägen Rippen und dem Straßen-S, welche man umtragen konnte, waren keine Schwierigkeiten zu erwarten. Ach ja, man muss den Ausstieg unbedingt kriegen, ansonsten zieht es dich in die unfahrbare Klamm!

Mit einem etwas mulmigen Gefühl schauten wir uns die Ausstiegsstellen an und waren froh, dass Matthias heute nicht Boot fahren wollte und an den Ausstiegsstellen stand, um unsere Boote beim Anlanden festzuhalten. So war die Aufregung zumindest bei mir größer als das erforderliche Können. Die Strecke war kurz, der Bach war schnell und hatte viele schöne Wellen.

Auf dem Rückweg schauten wir uns den Ahornboden an, ein Tal, in dem zahlreiche Ahornbäume stehen und ließen uns in einem Cafe leckeren Kuchen schmecken.

Am Abend fielen wir in ein am Ammersee befindliches Fischrestaurant ein, in dem wir nicht nur kulinarisch verwöhnt, sondern auch vom Koch persönlich mit allerlei Anekdötchen unterhalten wurden.

Matthias gönnte sich einen Badetag auf dem Ammersee, für uns andere brachte der Montag nochmals Spannung auf der verblockten Loisach. Immer wieder versperrten dicke Felsbrocken und umgestürzte Bäume die Sicht auf die Fahrtroute, die sich trotz vorherigen Ansehens nicht immer gänzlich eingeprägt hatte. Trotz drei Schwimmern und einem kurzzeitigen Bootsverlust kamen auch hier alle wieder heil zurück.

Dienstag begann schon der erste Teil der Heimreise, die Fahrt nach Bobingen zu Stefans Eltern mit Besuch des Augsburger Eiskanals. Unter gewitterdrohenden Wolken beäugten wir respektvoll die Olympiastrecke, die sich so ganz anders als die vorher befahrenen Flüsse zeigte. Schließlicht entschieden wir uns, erst einmal auf dem einfachen Teil des Abschnittes ein Warm-Up durchzuführen, bevor wir die eigentliche Strecke angingen.

Unter den kritischen Augen von Stefans Eltern paddelten wir uns ein. Schon auf diesem Abschnitt konnten wir erahnen, was uns auf der Wettkampfstrecke erwartet. Zweimal fuhren wir die Strecke, zweimal war höchste Konzentration angesagt. Und am Ziel waren wir sehr zufrieden, dieses Wildwasser bewältigt zu haben.

Immer dunkler werdende Wolken mahnten uns, den Kanal zu verlassen. Im Auto noch kurz vor dem abendlichen Ziel erwischte uns das Unwetter mit Sturm und Hagel, so dass wir leider ziemlich durchnässt ins Haus eilten. Der letzte Abend wurde zünftig mit Weißwürstchen und Weißbier verbracht, bevor am nächsten Tag der zweite Teil des Heimwegs angetreten wurde.

(mh)

 

 














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